Sicherlich, am einfachsten funktioniert das Installieren einer Solaranlage auf dem fertigen Wohnmobil. Die elektrische Infrastruktur ist bereits vorhanden. Montieren, anschließen, fertig. Komplexer wird das Thema, entscheidet man sich beim Wohnmobil Selbstausbau dafür, auch eine Solaranlage zu installieren. Was jedoch nicht zwingend daran liegt, dass man seinen Strom über Solarzellen selbst produzieren möchte. Sondern die gesamte Elektrik im Wohnbereich muss aufeinander abgestimmt sein. Beim Kastenwagenausbau muss man sich zwei Dinge überlegen: Aus welchen Quellen soll Strom kommen, und wie möchte ich diesen nutzen. Input, Outpot und viel Kabelsalat dazwischen. Seinen Kastenwagen selbst ausbauen, für den Laien möglich, mit etwas handwerklichem Geschick auch ohne Fachkräfte machbar. Doch bei der Elektroinstallation wird es kritisch. Wobei das Montieren der Solarzellen im Rahmen des Wohnmobilausbaus das kleinere Problem darstellt.

Kastenwagen ausbauen: Grundliegende Gedanken zu Strom und Solaranlage

INPUT: Mögliche Stromquellen nebst der Solaranlage können der 230 Volt Stromanschluss des Campingplatzes sein, oder aber auch die Autobatterie, über welche die Versorgungsbatterie während der Fahrt aufgeladen wird, wie bei Wohnmobilen typisch. Oder eben die Solaranlage auf dem Dach. Bei sonnigen Reisegebieten, auf den Strombedarf abgestimmte Solarzellen könnte man beim Kastenwagenausbau rein auf Solarstrom setzen.

OUTPUT: 12, 24 oder 220 Volt? Welche Spannung im Wohnmobil benötigt wird ist elementar. Der normale Camper benötigt vielleicht nur 12 Volt. Kühlschrank oder Licht, wer keine besonderen Anforderungen hat kann hiermit gut arbeiten. Auch Smartphones und Batterien lassen sich hierüber aufladen. Schwieriger wird es schon, wenn auch mal Laptop, Kaffeepadmaschine oder Haarfön zum Einsatz kommen soll. Dann sind 12 Volt nicht mehr ausreichend. Tatsächlich sollte man erst einmal auflisten, welche Stromverbraucher welche Spannung benötigen. Inwiefern diese gleichzeitig und wie lange zum Einsatz kommen. Dementsprechend kann die gesamte Elektroinstallation konzipiert werden.

Wir wünschen uns absolute Unabhängigkeit, möchten gleichzeitig auf eine große Gasanlage verzichten. Sicherlich lässt sich auch mittels dieser Strom erzeugen, jedoch löst Gas bei manchen einfach Unbehagen aus. Vor allem wenn man in einem Fahrzeug auf Gasbetrieb setzt, gleichzeitig dort schläft. Außerdem müssen Gasflaschen aufgefüllt bzw. getauscht werden. Als ultimativ autarke Lösung bleibt also die Solaranlage. Außerdem wäre es sinnvoll, wenn bei Aufenthalten auf dem Campingplatz eine externe 230 Volt Stromquelle angeschlossen werden kann. Kann nie schaden, gerade bei weniger sonnigen Reisezeiträumen oder -gebieten. Das würde bedeuten:

1. Solaranlage: in unserem Fall mit 300 Watt
2. Laderegler, anschließbar: 12V Verbraucher, Solarbatterie
3. Solarbatterie: mind. 230 Ah, zyklenfest
4. Wechselrichter: modifzierter oder reiner Sinus, idealerweise mit integriertem FI-Schutzschalter, automatischer Vorrangschaltung, integriertem Batterieladegerät, Leistungsaufnahme von mind. 1.000 Watt
5. Befestigungsmaterial, Kabel, (Verbindungs-) Stecker

Die hier zusammengestellte Solaranlage für unseren Kastenwagen Selbstausbau beläuft sich auf ca. 1.300 Euro. Besonderes große Funktions- und Preisunterschiede finden sich beim Wechselrichter. Dies ist auch ein komplexeres Thema, welches wir in einem separaten Artikel nochmals behandeln werden. Ein integrierter FI-Schutzschalter ist sinnvoll beim Kastenwagenausbau, die Leistungsaufnahme sollte nicht zu knapp bemessen sein. Wichtig auch ob ein modifizierter Sinus ausreichend ist, oder es ein reiner Sinus sein muss. Der reine Sinus kommt aus unserer Steckdose, ist der bessere, einige elektronische Geräte (wie Kaffeepadmaschine) benötigen diesen. Uns reicht der modifizierte. Denn unsere geliebte Kapselmaschine darf leider nicht mit. Sie hat eine Leistungsaufnahme von 1.600 Watt. Die Vermutung liegt nahe, dass hier recht schnell die Sicherung rausfliegt (oder die Maschine erst gar nicht anläuft). Sinus-Wechselrichter sind teurer, aber besser. Man kann einfach alles daran anschließen. Interessanter jedoch sind Wechselrichter mit der Möglichkeit, eine externe Stromquelle anzuschließen.

Nicht-Elektriker müssen sich beim Kastenwagen Ausbau ebenfalls überlegen, welche Fähigkeiten sie selbst mitbringen. Soll die Spannung im selbst ausgebauten Wohnmobil 230 Volt betragen gibt es viele gesetzliche Regelungen zu beachten. Sicherheitsstandards beim Kabel verlegen, FI-Schutzschalter einbauen etc. Da sollte eigentlich ein Fachmann ran. Auch, weil gemachte Fehler bei der Abnahme fatal sein können. Sind Kabel doch meist hinter der Verkleidung verlegt.

Reicht eine Solaranlage als alleinige Stromquelle aus?

Es ist eine Frage der Prioritäten. Ab welcher Investitionssummen wird eine Solaranlage unwirtschaftlich? Und interessiert mich das wirklich, oder liegt mein Fokus auf ultimativ autarker Stromversorgung? Umso mehr Strom verbraucht wird, desto größer muss eine Solaranlage dimensioniert werden. Energieeffizienz sollte daher ganz groß geschrieben werden. Auch können bestimmte elektrische Geräte vielleicht auch mit Gas versorgt werden? Kochmöglichkeit sowie Kühlschrank, zwei Paradebeispiele. Selbst eine Induktionskochplatte zieht viel Strom in kurzer Zeit. Kühlschränke spezieller Hersteller können mit 12 Volt, 230 Volt oder Gas betrieben werden. All diese Punkte spielen bei der Planung von Kastenwagenausbau zum Wohnmobil und natürlich der Dimensionierung einer Solaranlage eine wesentliche Rolle.